Aufruf des Verbands für Interkulturelle Arbeit

Liebe Kolleginnen und Kollegen in den VIA-Mitgliedsorganisationen,

Gentrifizierung, steigende Mieten, Verdrängung sozial Schwacher aus den Innenstadtbezirken sind Stichworte, die die politische Diskussion in Berlin zunehmend beschäftigen und die nach unserer Erfahrung immer mehr Berliner_innen mit Migrationshintergrund betreffen.
Leider verhält sich der neue Senat wie der berühmte Vogel Strauß.
Die SPD hat schon in der rot-roten Koalition keine wirklichen Handlungsbedarf gesehen, die gesetzliche Lage zum „Sozialen Wohnungsbau“ insbesondere in der Phase der Anschlußförderung und des Endes der Förderung grundsätzlich zu ändern, wie es der damalige Koalitionspartner auf die Agenda setzen wollte.
Damals hatte die oppositionelle CDU besonders laut getönt, dass diese Situation fatal sei. Die skandalösen Vorgänge im Fanny-Hensel-Kiez in Kreuzberg finden so oder ähnlich nunmehr überall in Berlin Mitte in Friedrichshain-Kreuzberg und auch in Tempelhof-Schöneberg statt. In Prenzlauer Berg ist dieser Vorgang weitgehend abgeschlossen.

Im Wahlkampf 2011 tönten sowohl SPD als auch CDU, dass sie in Berlin wieder für sozialen Wohnraum sorgen wollen – getan hat sich bis heute von Regierungsseite nichts.

Es ist allerhöchste Zeit sich solidarisch zu zeigen und zu sagen: das ist unsere Stadt und nicht die Stadt der Banken und Immobilienhaie. Und sie soll es auch bleiben.

Anbei die Aufrufe zu einer Demonstration am kommenden Sonnabend organisiert von der sehr engagierten Mieterinitiative Kotti und Co.
Im Migrationsbeirat Friedrichshain-Kreuzberg wurde gestern darüber gesprochen, dass ein breites Bündnis für ein soziales Berlin her muß, für ein Berlin mit Wohnraum zu bezahlbaren Mieten auch für sozial schwache Berliner_innen. Es geht nicht nur um die Mieter, die jetzt in den betroffenen Kiezen (Werner-Düttmann-Siedlung, Kotti, Friedrichshain Nord …) ihre Wohnungen nicht mehr bezahlen können und an den Rand der Stadt gedrängt werden. Es geht darum, in welcher Stadt wir alle leben wollen.
VIA wird sich auf geeignete Weise in ein solches Bündnis einbringen und ruft auch seine Mitgliedsorganisationen dazu auf. Mobilisiert (nicht nur) Eure Mitglieder.
Bitte unbedingt auch einmal die beiliegenden Links besuchen!

Viele Grüße
Holger Förster

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Verband für interkulturelle Arbeit (VIA)
Regionalverband Berlin/Brandenburg e.V.
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Fon: 030-29 00 71 55
Fax: 030-29 00 71 54
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