Gemeinsamer Aufruf von Beschäftigten aus dem Urban-Krankenhaus und Kotti & Co

Hoch mit den Löhnen – runter mit der Miete!

Unterstützt den Kampf der Arbeiter*innen im Gesundheitswesen!

Wie und wo Menschen wohnen soll keine Frage des Geldbeutels sein. Wie und wo Menschen im Unfall- oder Krankheitsfall versorgt und gepflegt werden auch nicht. Diejenigen, die die Gesundheitsversorgung sicherstellen, bei uns in Kreuzberg vor allem im Urbankrankenhaus, betrifft beides.

Den Kampf um bezahlbaren Wohnraum mit dem Kampf um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu verbinden ist kein bahnbrechender Ansatz. Dennoch hat er seit der Gründung von Kotti & Co kaum an Dringlichkeit verloren. Viele von unseren Nachbar*innen sind diejenigen, die im Krankenhaus die am schlechtesten entlohnten Jobs ausführen: Reinigungspersonal, Köch*innen, Facharbeiter*innen, etc. . Wie wichtig diese sogenannten patientenfernen Tätigkeiten sind und wie viel diese Menschen tagtäglich für unsere Gesundheit leisten hat jede*r in der Pandemie mitbekommen. Ein Krankenhaus ist ein System, angeblich „patientenfern“ heißt nicht unwichtig, sondern nur „für die Öffentlichkeit nicht so sichtbar“. Dennoch kam von der Politik nicht mehr als rhetorisches Beifallklatschen in Talkshows und Interviews. Doch es geht darum reale Verbesserungen im Gesundheitsbereich zu erreichen. Es geht um unser aller Gesundheitsversorgung!

Diese patientenfernen Tätigkeiten wie eben zum Beispiel die Reinigung wurden im Urbankrankenhaus ausgelagert. Das kennen wir von der Bewirtschaftung unserer Häuser nur zu gut, auch hier werden diese Tätigkeiten formell an andere Unternehmen „outgesourced“: Das bedeutet Lohndumping, Intensivierung von Arbeitszeit und eine schlechtere Qualität für die als Kunden verstandenen Menschen.

Die direkt Pflegenden blieben Tarifbeschäftigte – aber ihre Anzahl im Verhältnis zu der Anzahl der Patient*innen und der Schwere der Erkrankungen nahm immer mehr ab. Die damit einhergehende Arbeitsverdichtung machte es immer mehr Pflegenden unmöglich, die körperliche und psychische Belastung in Vollzeit und Wechselschicht auszuhalten. Sie gingen „freiwillig“ in Teilzeit oder ganz aus dem Beruf raus.

Folge für Viele: Schmaler Geldbeutel, drohende Altersarmut, kein bezahlbarer Wohnraum. Der größte Arbeitgeber im Kiez – landeseigen- bietet Arbeitsbedingungen, die das Leben im Kiez unmöglich machen, spätestens wenn ein Umzug ansteht. Die Arbeiter*innen im Gesundheitswesen werden bis zur Erschöpfung ausgebeutet. Darunter leiden nicht nur sie sondern die ganze Gesellschaft: Arbeit unter solchen Bedingungen macht krankt. Wohnen bei der Deutsche Wohnen auch. Wir werden schlecht bezahlt, wohnen in beengten Verhältnissen und wenn wir davon krank werden, werden wir unter schlechten Bedingungen gepflegt.

Wir sind diejenigen, die diese Stadt am Laufen halten – das hat Corona umso mehr deutlich gemacht. Beschäftigte aus Charité und Vivantes nehmen es jetzt selbst in die Hand. Sie brauchen dazu Unterstützung aus der Zivilgesellschaft und den gemeinwohlorientierten Teilen der Politik. Für einen ersten Aufschlag rufen sie daher auf zur Stadtversammlung am 21.April ab 18.00 via Videokonferenz (Zoom).

Gemeinsam können wir 2021 zum Entscheidungsjahr über Berlins Gesundheitsversorgung machen!